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g) Die Lebensgemeinschaft unserer Wahl 1984

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UNSER BUND (Übertragung ins Deutsche)

EINLEITUNG

Wir glauben, dass Gott, der sich offenbart hat als Vater, Sohn und heiliger Geist, alle Dinge geschaffen hat und wünscht, Gemeinschaft zu haben mit seiner Schöpfung. Doch weil die Menschen sich lieber gegen ihn empören und für sich selbst leben wollten, sind sie nun beherrscht von der Macht des Todes und von Gott, der Schöpfung und einander entfremdet. Wir glauben, dass das Wort Gottes, durch das alle Dinge erschaffen sind und erhalten werden, Mensch wurde in Jesus Christus, um kraft seiner Auferstehung alle zu sammeln, die an ihn glauben, und die ganze seufzende Schöpfung zu erlösen.

Wir erkennen den Ruf Gottes, in diese erneuerte Gemeinschaft mit ihm, der übrigen Schöpfung und einander hineinzukommen, unsere Identität und den Sinn des Lebens zu entdecken, die sich aus diesen Beziehungen ergeben. Doch Gottes Absichten sind bekämpft worden durch den Einfluss des Bösen auf die Welt, der auf die persönlichen und gesellschaftlichen Bereiche ausgeübt worden ist, und auch wir sind in diesen Konflikt einbezogen. Wir verstehen, dass wir gerufen sind, ein abgesondertes Pilgervolk zu sein; wir sind herausgerufen aus den Werten, Normen, Meinungen und Sicherheiten, an die sich die Welt klammert, und so können wir ein Mittel von Gottes Erlösungswerk, seiner heiligenden Liebe, seines fortschreitenden Heils und seiner Gerechtigkeit sein. Wir sollen ein Zeichen von Gottes Königreich auf der Erde sein, während wir auf seine Vollendung in der letzten Offenbarung Jesu als Herr warten.

Als Kinder unseres himmlischen Vaters erkennen wir unseren Unglauben und unsere Sünde, bereuen unsere Selbstbezogenheit, benötigen immer wieder Vergebung von Jesus und freuen uns über die Gabe des Heiligen Geistes. Wir gehen ein auf den neuen Bund, den Gott durch Christi Blut gemacht hat, und geben das folgende Versprechen als Ausdruck unserer Hingabe an Gott und aneinander.

Wir bekennen, dass Jesus Christus unser Herr ist und dass er uns gerufen hat, ihm zu folgen und seinem Bilde gleichgestaltet zu werden. Wir erkennen, dass Gottes Geist uns diesen Ruf ineinander wieder ererkennen und in Winnipeg zusammenkommen ließ, um eine Kirche Jesu Christi zu werden. Er hat uns dazu gesammelt, eine Stätte seiner Gegenwart zu sein und Zeugnis abzulegen von der Liebe des Vaters zur Welt.

DIE BESCHAFFENHEIT UNSERES ZUSAMMENLEBENS

Der Leib Christi: Wir erkennen an, dass Christus unser Haupt ist und wir in unserem Zusammenleben seine Gegenwart auf Erden sein sollen. Um sein Leib zu sein, müssen wir nach offenen, versöhnten Beziehungen streben. Wir verpflichten uns zu einem gegenseitigen Dienst der Ermutigung und der Vergebung. Wir erkennen die Notwendigkeit, in unserem ],eben vom Heiligen Geist erfüllt und bevollmächtigt zu werden. Wir wünschen die Gaben des Geistes unter uns wahrzunehmen und die Entfaltung dieser Gaben in jedem von uns zu ermutigen, um uns zu persönlicher und gemeinschaftlicher Reife in Jesus Christus zu bringen. Im Gottesdienst sehnen wir uns danach, Christus zu verherrlichen und wieder erweckt zu werden für den Ruf, sein Volk zu sein.

Urteilskraft und das Treffen von Entscheidungen: Wir erkennen an, dass Jesus Christus seinem Leib Vollmacht gegeben hat – ausgeübt durch die Leitung des Heiligen Geistes – , Entscheidungen zu treffen, die unser Zusammenleben angehen. In unserem Treffen von Entscheidungen unterwerfen wir uns freiwillig einander und sehen darin einen Weg, vom lndividualismus frei zu werden, um beizutragen und zu empfangen gemäß Gottes einzigartigen Gaben in jedem von uns. Wir öffnen uns der Urteilskraft der Lebensgemeinschaft unter Prüfung der Geister auf den Gebieten, die unser gemeinsames Leben, Bestrebungen der Gesellschaft oder Persönliches betreffen. Im Kontext gegenseitigen Dienstes bestätigen wir unter uns Gaben der Leitung, die zum Dienst und zum Aufbau der Lebensgemeinschaft gegeben sind.

Ganzheit: Wir erkennen, dass Sünde und Wunden der Vergangenheit uns von unserem Schöpfer und von den anderen getrennt haben. Damit wir wiederhergestellt werden können nach dem Bilde und der Absicht Gottes für uns als ganze Personen – Mann und Frau – , vertrauen wir uns dem Werk des Heiligen Geistes an, der uns heilt und Freiheit schenkt von Schuld und Empfindlichkeiten. Da wir auch erkennen, dass es die Einstellung Satans ist, die Gesellschaft zu zerbrechen und die Menschen zu trennen auf der Grundlage der Hautfarbe, der Nationalität, der Geschlechter usw., wünschen wir eine heilende Gemeinschaft zu sein, ein Lebensraum für uns und andere, um zur Einheit in Christus zu gelangen. In Jesus ist Gottes Friede mit allen wiederhergestellt.

Die Schrift: Wir glauben, dass die Bibel von Gott inspiriert und der bevollmächtigte Wegweiser für unser gemeinsames Leben ist. Durch das Werk des Geistes offenbart sie uns die Fülle Jesu und der Absichten Gottes für uns in ihm. Das lebendige Wort offenbart die Absichten unserer Herzen und ist Nahrung, für unsere Seelen, durch die wir ernährt, zurechtgewiesen, erleuchtet und erneuert werden. Wir vertrauen uns seinem Werk in uns an durch das Studium seines Wortes.

GEBIETE UNSERES GEMEINSAMEN LEBENS

Arbeit: Indem wir unsere Berufung verstehen, Volk Gottes zu sein, unterwerfen wir unsere Berufe der Urteilskraft der Lebensgemeinschaft. Wir wünschen für die Einzelnen eine Arbeit zu haben, die sinnvoll und ein Dienst für andere ist. Wir bestätigen auch die Zusammenarbeit an gemeinsamen Projekten so oft als möglich als ein Mittel gegenseitigen Aufbaues und Dienstes.

Familie: Wenn wir vor allem Christus und seinem Königreich treu sein wollen, erkennen wir, dass unsere Beziehungen mit unseren natürlichen Familien entsprechend gestaltet werden. Wir bestätigen, dass der Ruf in die Lebensgemeinschaft nicht die Verantwortlichkeiten gegen unsere nahen oder entfernten Verwandten vermindert, sondern vielmehr uns durch Christi Geist dazu ausrüstet, sie zu erfüllen gemäß seiner Absicht. Wir bestätigen die Kinder unter uns als eine Gabe Gottes und als wesentlichen Teil unseres Zusammenlehens. Wir ermutigen auch die Haltung, andere in unseren Häusern willkommen zu heißen.

Haushaltung: Wir wünschen, eines Herzens und einer Seele zu sein, und daher machen wir alles, was wir besitzen, verfügbar – wie es durch diese Lebensgemeinschaft beschlossen wurde – für den Bau des Königreiches, da, wir erkennen, dass wir alle Dinge in Verwahrung haben von Gott. Wir wissen, dass materieller Besitz darauf abzielt, uns zu besitzen, dadurch dass er unsere Sicherheit oder eine Quelle der Sorge wird. Wir wollen auf Gott als unsere Sicherheit vertrauen, und wir sichern einander zu, dass wir eine wachsende Verantwortlichkeit übernehmen für die Bedürfnisse jedes anderen, einschließlich derer unserer Kinder.

Innere Disziplin: Wir sind bestrebt, geistlich zu wachsen durch Zeiten persönlicher Begegnung mit Gott, indem wir uns seiner Liebe und Wahrheit öffnen durch Gebet, Besinnung, Nachdenken über der Schrift und Fasten. Wir anerkennen das Bedürfnis nach Alleinsein für unsere persönliche Auferbauung, und dass unser persönliches Leben mit Gott grundIegend ist für seine Gegenwart und sein Werk in unserem Gemeinschaftsleben und in den Diensten, in die wir verwickelt sind.

BEZIEHUNGEN ZU ANDEREN CHRISTEN

Wir erkennen unser Bedürfnis nach gegenseitig stärkenden und verantwortlichen Beziehungen mit anderen christlichen Lebensgemeinschaften, deren Geist und Struktur ähnlich sind. Wir trachten danach, mit anderen, die Christus nachfolgen, zu sprechen und die Gläubigen rundum in der Welt in ihrem Kampf zu unterstützen, ihm treu zu sein. Wir wollen lernen von der Kirche durch ihre ganze Geschichte hindurch und vertrauen darauf, dass wir dadurch unseren Platz in der Gegenwart finden und uns vorbereiten können als Braut für die Wiederkunft Christi.

FRIEDENSSTIFTER

Wir sehnen uns danach, den Frieden Gottes zu erfahren, der das Verstehen übersteigt, und aktiv Wege zu suchen, auf denen wir Friedensstifter sein können unter uns, mit der Natur und in der Gesellschaft um uns herum. Wir erkennen, dass ein Leben, das einfach und im Einklang mit der Schöpfung ist, uns auf die von Gott beabsichtigte Ordnung zu bewegen kann. Wir erkennen, dass in der Teilhabe an der Entfremdung und der Gewalttätigkeit um uns herum und in uns unser Kampf nicht gegen die menschliche Natur, sondern gegen die Mächte des Bösen gerichtet ist. Wir sehnen uns danach, zu sehen, wie Herzen von Gott verwandelt werden durch Gebet, Vorbild, geduldiges Leiden um Christi willen und durch die Verkündigung des Wortes der Wahrheit, eher in Liebe als auf Wegen, die mit Zwang verbunden sind. Wir verlangen danach, Christus zu folgen, der nicht kam, um sich dienen zu Iassen, sondern um zu dienen und sein Leben für andere zu geben. Wir bitten um Gnade, uns und unsere Feinde zu lieben, und arbeiten daran, Böses mit Gutem zu überwinden.

DIE WELT

Wir erkennen, dass wir als von Christus erwähltes Volk nicht von dieser Welt sind. Wir sind gerufen, beides – das Salz und das Licht der Welt – zu sein, indem wir zum einen ein Mittel werden, die Welt vor dem Tod zu bewahren, zum anderen uns d urch eine andere Art zu leben und durch ein Leben guter Taten unterscheiden. In all diesem ist es unser Ziel, Gott zu verherrlichen, in der Hoffnung, dass andere kommen werden, um seine Liebe und Vergebung zu erfahren und seine Kinder zu werden. Wir verpflichten uns zur Liebe zur Welt, indem wir uns hingeben für sie, wie Jesus es tat, und zum Leiden um seinetwillen. Wir verpflichten uns zum Widerstand gegen das Böse, indem wir Gerechtigkeit suchen und denen dienen, die Opfer zerstörender geistiger Gewalten sind, die die Welt beherrschen. Wir möchten nicht der Gewalt des Todes gleichgestaltet sein, sondern umgestaltet durch den Tod und die Auferstehung Christi.

DIE WIEDERKUNFT CHRISTI

Wir werden wachsam sein für die Wiederkunft Christi in dem Wissen, dass er – wenn wir an ihn glauben – uns auf ewig zu sich holen wird. Wir sehen diese Zeit als die des letzten Gerichtes und der Rechenschaft für die ganze Welt und möchten unser Leben demgemäß führen. Wegen der Auferstehung Jesu hat der Tod seine Macht über uns verloren, und wir leben in der Hoffnung, einzuziehen in die Herrlichkeit Christi. Wir sehnen uns nach dem neuen Himmel und der neuen Erde, auf der Gerechtigkeit herrschen wird.

ABSCHLUSS

Wir verpflichten uns zu diesem Bund, bis Gott uns anderswohin leitet, wie es von der Lebensgemeinschaft beurteilt wird. Wir geben dieses Versprechen nicht in eigener Kraft, sondern mit der Zuversicht, die wir durch Christus und die Leitung, des Heiligen Geistes in uns haben. Wir ruhen in der Sicherheit, dass der, der ein gutes Werk in uns begonnen hat, treu ist und es zur Vollendung bringen wird am Tage Jesu Christi.

(Der englische Text wurde gemeinsam erarbeitet von der
Grain of Wheat Church Community, Winnipeg, MB, Canada.
www.grainofwheat.ca) (Übertragung ins Deutsche: Irene Prasse)