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m) Zuspruch und Anspruch - ganz persönlich




Ich und Du - die Sprache der Liebenden

Mein Kind,

„i c h schuf d i c h nach m e i n e m Bilde“ zu einem schöpferischen Ich, ewig lebend und liebend, hörend und antwortend, mir gegenüber. Du bist mein Du, „I c h bin“ dein Du – in dir, den anderen und mitten unter euch. So, wie ich dich liebe, „möchte i c h von d i r geliebt werden von ganzem Herzen, ganzer Seele und mit aller d e i n e r Kraft. Suche m i c h, so wirst d u leben! Wenn d u m i c h von ganzem Herzen suchst, will i c h m i c h von d i r finden lassen“ und mit dir eins sein.

Dein Papa.

(Epheser 3,14; 1. Mose 1,26a; 2. Mose 3,14; 5. Mose 6,5; Jeremia 29,13.14; Amos 5,4)


Meine Freundin, mein Freund,

„i c h bin das Licht der Welt“, das vom Mutterleib an „jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt“. „Damit du frei ausgehst, habe ich mich an deiner Schuld für schuldig erklärt“. „Wenn d u bleibst an m e i n e m Wort, dann bist d u wirklich m e i n Nachfolger und wirst die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird d i c h frei machen“ vom erlernten Glauben an einen richtenden und strafenden Gott zum Vertrauen auf meinen alle seine Kinder bedingungslos liebenden Vater:
wie ich frei von Misstrauen und Angst vor ihm, die Sorge um dich selbst und das Verlangen nach Sicherheit und Reichtum, Macht und Anerkennung erzeugen, häufig begleitet von Habgier und Neid, Selbstsucht und gekränktem Stolz, Groll und Hass, Herrschsucht oder Untertänigkeit, Selbstentfremdung und Einsamkeit, seelischer Störung und geistigem Sich-vereinnahmen-lassen durch moralische und Glaubenszwänge, die Angst vor Strafe, Schuldgefühle und Verurteilen anderer bewirken;
wie ich als Kind des Vaters frei zum Tun des Guten, zu Barmherzigkeit und Mitgefühl, zu Vergebung und Versöhnung, zu Verzicht auf Macht und Gewalt, zu Trauer über Opfer und Täter, zum Mut, anderen zu dienen und besonders die zu achten, die von scheinbar besseren Menschen verurteilt werden und angeblich auch von Gott, zu Gastfreundschaft und Gütergemeinschaft und – statt Liebe zu fordern – zu grenzenloser „Liebe aus ganzem Herzen, gutem Gewissen und ungeheucheltem Vertrauen.
Wenn d u m i c h liebst, wirst d u von m e i n e m Vater geliebt werden, und i c h werde d i c h lieben und m i c h d i r offenbaren. Seine Liebe und i c h werden in d i r sein. Verlass d i c h auf m i c h und liebe d e i n e Mitmenschen, dann bleiben w i r einander nahe. Der Geist der Wahrheit wird d i c h leiten“ zu meinem Frieden und zur Mündigkeit und dein enttäuschtes Vertrauen und deine verletzte Würde heilen durch das Licht meiner Liebe in den Evangelien und in dir.

Dein Freund und Bruder Jesus.

( Joh. 8,12a; 1,9; D. Bonhoeffer, Ethik, S. 119; Joh. 8,31f.; 1. Joh. 2,2; Matth. 18,3; 1. Tim. 1,5; Joh. 14,21; 17,26; 1. Joh. 3,23f.; Joh. ,13)

Dieser Text ist verfasst von Wilhelm Prasse (Villingen-Schwenningen, D).
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